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Dr Manfred Sieburg

„Für ein Unternehmen ist es wichtig, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gezieltes und attraktives Fortbildungsangebot zu unterbreiten und so zugleich die Pflegequalität zu sichern"

Interview mit Dr. Manfred Sieburg, Pädagoge und Leiter der Römergarten-Akademie, über die pädagogischen und didaktischen Aspekte des E-Learnings.
Herr Doktor Sieburg, Personalentwicklung wird bei der Römergarten-Residenzen GmbH großgeschrieben. Dafür hat das Unternehmen im Jahr 2017 eine eigene Schulungsinstitution, die Römergarten-Akademie, gegründet. E-Learning spielt dabei eine zentrale Rolle. Aus Ihrer Sicht als Pädagoge: Welche besonderen didaktischen Anforderungen gibt es an die Konzeption und Durchführung von Schulungen mittels E-Learning in der Erwachsenenbildung?
Ja, die Römergarten-Residenzen sind schon jetzt eine vielgestaltige Unternehmensgruppe und werden weiter stark wachsen: Personalentwicklung hat es natürlich immer schon gegeben – sei es durch die Geschäftsführung, sei es durch die Residenzleitung vor Ort. Diese Personalentwicklung wird ergänzt – nicht ersetzt – durch die Römergarten-Akademie. Bei dem allgemeinen Personalengpass in der Pflege ist es für ein Unternehmen wichtig, seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ein gezieltes und attraktives Fortbildungsangebot zu unterbreiten und so zugleich die Pflegequalität zu sichern. Deswegen bin ich am 1. Februar zum Leiter der Römergarten-Akademie berufen worden.
Jeder pädagogische Prozess wird konstituiert durch den Inhalt und die Orientierung auf das Ziel und die Adressaten, also die Lernenden. Für das E-Learning ergeben sich somit hohe Anforderungen: Welcher Inhalt soll präsentiert werden? Was beim Brandschutz oder in der Hygiene noch einigermaßen konsensual sein mag, verlangt in anderen Bereichen nach einer Auswahlentscheidung, die reflektiert und begründet getroffen werden muss. Dazu drei Beispiele: Wie gestaltet man die Beziehung zu den alten Menschen – wie viel Nähe und Distanz sind nötig und möglich? Wie geht man mit den Angehörigen um? Wie überhaupt soll Kommunikation unter den Menschen in einer Residenz verlaufen? Bei diesen Fragen gibt es kein einheitliches Curriculum, keinen Konsens über die impliziten Modelle, sondern erprobte Usancen und eine große Abhängigkeit von der Lehrperson und ihrer Ausstrahlung auf dem Video.
Ohne eine vorgängige Theorie, ein didaktisches System wird es also bei einer E-Learning-Plattform nicht gehen. Auch muss es ein Kompetenzmodell geben, aus dem heraus sich die Zielorientierung der Videos ableiten lässt. Was die Adressatenorientierung in der Erwachsenenbildung anbetrifft, gilt: Die Lernvoraussetzungen sind viel unterschiedlicher als in schulischen Kontexten. Auch liegen bei Erwachsenen unhintergehbare sogenannte Einspurungen vor. Manche bringen aus Schule und Ausbildung einen ausgemachten Unwillen gegen alle Belehrungen mit, anderen sind die Inhalte nicht neu, wieder anderen sind sie zu abstrakt usw. Diese Unsicherheit lässt sich nur durch eine strukturierte Evaluation eingrenzen, aber nicht beseitigen.
E-Learning im Allgemeinen ist nicht zwangsläufig effizienter und nachhaltiger. Dabei geht es nicht nur um technische bzw. produktbezogene Aspekte, sondern auch um pädagogisch- und prozessorientierte Fragestellungen. Welche Kriterien müssen hier Ihrer Meinung nach erfüllt sein? Wie passt Pflegecampus in diesen Kontext?
Das E-Learning spielt für uns eine große Rolle – zugleich in einem begrenzten Maß. Ließe sich der unmittelbare pädagogische Bezug zwischen Lehrenden und Lernenden durch die Instruktion per Video ersetzen, bräuchten wir keine Schulen im traditionellen Sinne und keine Seminare in der Erwachsenenbildung mehr. Auch reicht selbst ein gut gemachtes Video nicht an die Wirkung einer guten Präsenzschulung heran: Der unmittelbare Bezug zu den Lehrenden, die Gemeinschaft der Lernenden an demselben Ort zu derselben Zeit, die Möglichkeit der Nachfrage, das Beispiel der Mitlernenden, die atmosphärische Komponente – das alles kann das Lernvideo nicht bieten. Zugleich sind die Videos immer gleich und können mehrfach in unveränderter Form angeschaut werden. Diese Wiederholbarkeit ist ein großes Plus für uns. Wir wissen als Unternehmen also ganz genau, welche Inhalte unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern präsentiert werden und können über die Pflichtschulungen für eine Einheitlichkeit der Wissensstände an allen Standorten sorgen.
Das E-Learning spielt für uns eine große Rolle.
Bei der Methodik hat Pflegecampus eine Vorentscheidung getroffen: Es gibt bei den Videos in aller Regel eine ortsfeste, vortragende Person im Bild und ein Board, auf dem die Inhalte präsentiert werden. Wie beim Powerpoint-Vortrag können sich dabei Ton und Bild trefflich ergänzen – oder auch einander stören im Sinne der geteilten Aufmerksamkeit. Dieses methodische Konzept sollte also in seiner Wirkung beobachtet werden, mehr Vielfalt wäre hier zumindest denkbar. Zugleich höre ich von vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, dass sie mit dem Format gut zurechtkommen – es ist eben die gewohnte Form aus dem Berufsschulunterricht und den meisten Fortbildungen.
Wie sieht das pädagogische Konzept der Römergarten-Akademie aus? Welche Rolle spielt Pflegecampus, und welchen Mehrwert bietet die Plattform?
Das pädagogische Konzept der Römergarten-Akademie ist inhaltlich ein doppeltes und formal ein dreifaches: Vom Inhalt her: Es gibt die fachliche Seite des Schulungsprogramms und es gibt die Personalentwicklung, also die sogenannten Soft Skills von Selbstkompetenzkonzepten bis hin zu Führungstechniken. Von der Form her: Es gibt 1. die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Pflichtschulungen. Es gibt 2. die Personalentwicklung von Seiten der Unternehmens- und der Residenzleitung: Die Akademie stellt also im Kontakt mit den Leitungsebenen ihr Programm zusammen; dies kann eine Schulung für das Personal in der Rezeption bzw. im Eingangsbereich der Residenzen sein oder auch ein Seminar über Gewalt in der Pflege – eine sensible Frage im Verhältnis zwischen den Pflegekräften und den hilfsbedürftigen Menschen. Und dann gibt es 3. die Wünsche der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter selbst: Sie nennen uns ihren Fortbildungsbedarf und auch das berücksichtigen wir. Der Renner sind Schulungen zum Thema Kommunikation und zur Arbeit im Team – das kann dann unmittelbar in den alltäglichen Kontext rückgebunden werden.
Die Pflichtschulungen können bequem zu Hause und individuell erledigt werden.
Pflegecampus ist ein unverzichtbarer Bestandteil dieses Konzepts: Die Pflichtschulungen können bequem zu Hause und individuell erledigt werden, das Leitungspersonal muss die Schulungen nicht mehr selbst halten. Das Unternehmen kann eigene Schulungen filmen lassen und dann für alle einstellen – dies erproben wir ja zurzeit mit einem Format über den Datenschutz in der Pflege. Auch können die Residenzleitungen gezielt Schulungen für einzelne Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Fortbildungsplan stellen, wenn es hapern sollte oder wenn es ein besonderes Interesse gibt. Da bietet Pflegecampus eine erfreuliche Vielfalt, die ja noch weiter ausgebaut wird.
Über 1.000 Mitarbeiter arbeiten in den 21 Pflegeheimen Ihres Unternehmens. Welche Berufsgruppen werden sich in Ihrer Akademie mit Pflegecampus fortbilden? Es ist ja nicht nur das Pflegepersonal. Wie werden Sie dabei den zielgruppenspezifischen Anforderungen gerecht? Inwiefern ist Pflegecampus hier eine geeignete Basis?
Meine erste Tätigkeit als neuer Leiter der Römergarten-Akademie bestand ja erst einmal darin, die Zielgruppen für unsere Schulungen zu identifizieren und zu benennen. Es sind 14 Adressatenkreise – von der regionalen Öffentlichkeit einer Residenz über die Leitungsebenen und die eigentlichen Pflegekräfte bis hin zu den anderen Bereichen des Unternehmens, der Verwaltung, der Hauswirtschaft, der Haustechnik – und den Auszubildenden. Pflegecampus ist da sehr hilfreich, insbesondere weil er ja von Fachkräften aus der Pflege gegründet worden ist und geleitet wird. Wenn es dann um andere Themen wie Arbeitsrecht oder Forderungsmanagement geht, suchen wir nach anderen Anbietern.
Sie konnten bereits seit Oktober 2018 erste Erfahrungen mit der E-Learning-Plattform sammeln. Welches Feedback gibt es von Ihren Mitarbeitern? Wie nutzen Ihre Mitarbeiter die Plattform? Können Sie die Lernmotivation durch E-Learning steigern?
Es gibt noch keine strukturierte Evaluation von Seiten der Römergarten-Akademie hinsichtlich des E-Learnings. Wir fragen derzeit bei allen Residenzleitungen nach und fangen auch bei Treffen mit Pflegekräften deren Einschätzungen auf. Insofern ist unser Bild noch sehr unbestimmt. Insgesamt gilt das E-Learning durch Pflegecampus als akzeptiert, vor allem die jüngeren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben keine affektiven Vorbehalte gegen das Setting. In manchen Residenzen gibt es eine kontinuierliche und gelingende Praxis, in anderen noch eine diffuse Zurückhaltung – und manche Versäumnisse. Aber auch hier gilt wie in der Schule: Motivation lässt sich nicht von den Lehrenden herstellen, sondern sie ist eine zwar erlernbare, aber doch habitualisierte Einstellung der Lernenden. Insgesamt setze ich also auf Pflichtbewusstsein, einen Gewohnheitseffekt – und Einsicht. Aber natürlich: Die Videos müssen überzeugend sein, die Leitungen müssen selbst die Fortbildung in den Fokus nehmen (so entwickeln sie schließlich ihr Personal) und die aufgewendete Zeit ausgleichen, die Römergarten-Akademie wird das E-Learning bewerben. Unter diesen Voraussetzungen bin ich da sehr zuversichtlich.
Pflegecampus soll zukünftig eine wichtige Komponente Ihrer Akademie sein – ergänzt um durch Sie erstellte Inhalte und zusätzliche externe Informationen. Wie kann das konkret aussehen? Erfüllt Pflegecampus hierbei Ihre Erwartungen?
Die Akademie ist ein noch recht neuer und auch ambitionierter Faktor in der Personalentwicklung des Unternehmens, insofern stellt sie nicht nur Schulungsprogramme zusammen. Das E-Learning ist ein wichtiger und sehr verlässlicher Teil des halbjährlich erscheinenden Schulungsprogramms.
Ein Beispiel: Eine leitende Mitarbeiterin wünschte sich eine Präsenzschulung für das Beschwerdemanagement, die Videos seien ihr für das Grundverständnis zu wenig, auch bedürfe es praktischer Anleitung. Nun legen wir also eine Schulung auf, bei der der Referent gleichwohl die beiden Videos von Pflegecampus zum Thema berücksichtigen wird. So kann das Zusammenspiel gelingen: Eine Präsenzschulung mit ihren besonderen Möglichkeiten als Auftakt, dann das Video als Auffrischung – so agieren wir auch in der Ersten Hilfe, bei der Hygiene und beim Brandschutz.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft der Römergarten-Akademie? Haben Sie dabei mit dem Team von Pflegecampus die passenden Begleiter an Ihrer Seite?
Wir haben in der Römergarten-Akademie gerade einen neuen Anlauf gestartet - mit besonderen Veranstaltungen, einem Schulungsprogramm und Newslettern; auch entsteht derzeit unter Leitung der Akademie ein generalistisches Ausbildungskonzept für die gesamte Unternehmensgruppe – in einem partizipativen Entwicklungsprozess. Nun wird es erst einmal darauf ankommen, die neuen Ansätze zu verstetigen und die aufgekommene Dynamik in belastbare Strukturen zu überführen.
Das Team von Pflegecampus habe ich als fachlich versiert, engagiert und sehr unkompliziert in der Kommunikation wahrgenommen. Mir gefällt auch, wie spontan die Hotline des Pflegecampus auf die vielen kleinen Problemanzeigen der Lernenden reagiert. Insofern kann ich mir eine weitere, auch vertiefte Zusammenarbeit mit Pflegecampus sehr gut vorstellen. Auf neue Ideen bin ich also sehr gespannt.
Herr Doktor Sieburg, wir danken Ihnen für das Gespräch und wünschen Ihnen viel Erfolg beim weiteren Ausbau der Römergarten-Akademie.
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